Das Alter als Hauptrisikofaktor
Der Name "altersbedingte" Makuladegeneration weist bereits auf den wichtigsten Risikofaktor hin: das Alter. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an AMD zu erkranken, deutlich an. Während die Erkrankung bei Menschen unter 50 Jahren selten vorkommt, sind ab dem 65. Lebensjahr bereits etwa 10 bis 15 Prozent betroffen. Ab dem 75. Lebensjahr steigt dieser Anteil auf etwa 25 bis 30 Prozent an.
Der Grund für diesen Zusammenhang liegt in den natürlichen Alterungsprozessen der Netzhaut. Im Laufe des Lebens sammeln sich Stoffwechselprodukte in und unter der Netzhaut an, die nicht mehr vollständig abtransportiert werden können. Diese Ablagerungen, die als Drusen bezeichnet werden, sind ein frühes Zeichen der AMD.
Genetische Veranlagung
Die Forschung hat bedeutende Fortschritte beim Verständnis der genetischen Grundlagen der AMD gemacht. Studien zeigen, dass Menschen, deren nahe Verwandte (Eltern, Geschwister) an AMD erkrankt sind, ein deutlich erhöhtes Risiko haben, selbst zu erkranken. Schätzungen zufolge ist das Risiko bei familiärer Vorbelastung etwa drei- bis sechsfach erhöht.
Wissenschaftler haben mehrere Genvarianten identifiziert, die mit einem erhöhten AMD-Risiko verbunden sind. Besonders bedeutsam sind Varianten in Genen des Komplementsystems. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass das Vorhandensein dieser Genvarianten nicht bedeutet, dass man zwangsläufig an AMD erkranken wird.
Rauchen: Der wichtigste vermeidbare Risikofaktor
Unter allen beeinflussbaren Risikofaktoren ist das Rauchen der bedeutsamste. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass Raucher ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko haben, an AMD zu erkranken. Bei starken Rauchern kann das Risiko sogar noch höher sein.
Die gute Nachricht ist, dass ein Rauchstopp das Risiko nachweislich senken kann. Studien zeigen, dass ehemalige Raucher nach etwa 20 Jahren Abstinenz ein ähnliches Risiko haben wie Menschen, die nie geraucht haben. Ein Rauchstopp ist daher die wichtigste Einzelmaßnahme, die Sie selbst ergreifen können.
Die wichtigsten Risikofaktoren im Überblick
Alter
Ab 50 Jahren steigt das Risiko deutlich an.
Nicht beeinflussbarGenetik
Familiäre Vorbelastung erhöht das Risiko 3-6 fach.
Nicht beeinflussbarRauchen
Wichtigster vermeidbarer Risikofaktor – 2-3 fach erhöhtes Risiko.
BeeinflussbarErnährung
Lutein, Zeaxanthin und Omega-3 schützen die Netzhaut.
BeeinflussbarHerz-Kreislauf
Bluthochdruck und hohe Cholesterinwerte erhöhen das Risiko.
BeeinflussbarUV-Licht
Langjährige intensive Sonneneinstrahlung kann schaden.
BeeinflussbarErnährung und Nährstoffe
Die Ernährung spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Netzhaut. Bestimmte Nährstoffe haben sich als besonders bedeutsam erwiesen. An erster Stelle stehen die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die in hoher Konzentration in der Makula vorkommen und dort als natürlicher Lichtfilter und Antioxidans wirken.
Besonders reich an Lutein und Zeaxanthin sind grüne Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl und Brokkoli. Auch Mais, Erbsen und Eigelb enthalten diese wertvollen Carotinoide. Neben den Carotinoiden spielen auch Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle, die vor allem in fettem Seefisch vorkommen.
Herz-Kreislauf-Gesundheit
Die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems ist eng mit der Augengesundheit verbunden. Erkrankungen wie Bluthochdruck, Arteriosklerose und hohe Cholesterinwerte erhöhen nicht nur das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, sondern auch für AMD.
Die Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren ist daher nicht nur für Herz und Gefäße wichtig, sondern auch für die Augen. Regelmäßige körperliche Aktivität, eine gesunde Ernährung und gegebenenfalls eine medikamentöse Behandlung können dazu beitragen, das AMD-Risiko zu senken.
AMD verstehen
Präventionstipps
- Nicht rauchen oder aufhören
- Viel grünes Blattgemüse essen
- Regelmäßig fetten Fisch essen
- Blutdruck kontrollieren
- Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen
- Regelmäßige Augenuntersuchungen
