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Augenärztliche Untersuchung

Behandlungsmöglichkeiten bei trockener AMD

Ein umfassender Überblick über die aktuellen Therapieoptionen, bewährte Maßnahmen und den ganzheitlichen Ansatz zur Verlangsamung der altersbedingten Makuladegeneration.

Der aktuelle Stand der AMD-Behandlung

Die trockene altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Form der AMD und betrifft etwa 85–90 % aller AMD-Patienten. Anders als bei der feuchten AMD, für die seit 2006 wirksame Anti-VEGF-Injektionen zur Verfügung stehen, gab es für die trockene Form lange Zeit keine zugelassene medikamentöse Therapie. Die Behandlung konzentrierte sich daher auf präventive Maßnahmen und die Verlangsamung des Fortschreitens.

In den letzten Jahren hat sich die Forschungslage jedoch grundlegend verändert. Mit der FDA-Zulassung eines PBM-Geräts (Valeda Light Delivery System, LumiThera) im Januar 2025 sowie neuen Komplementinhibitoren in den USA zeichnet sich ein erweitertes Therapiespektrum ab. In Europa befinden sich einige dieser Ansätze noch in der klinischen Erprobung. Dennoch bilden die bewährten drei Säulen – Nahrungsergänzung, gesunder Lebensstil und Bewegung – nach wie vor das Fundament jeder AMD-Behandlung.

Wichtig zu wissen

Die trockene AMD ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung. Eine Heilung ist derzeit nicht möglich. Alle verfügbaren Behandlungen zielen darauf ab, das Fortschreiten zu verlangsamen, die Sehfunktion zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt sind unverzichtbar.

Therapieoptionen im Überblick

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Behandlung der trockenen AMD basiert auf einem ganzheitlichen Konzept. Je nach Stadium und individueller Situation kommen verschiedene Ansätze zum Einsatz.

BehandlungsansatzWirkprinzipStadiumEvidenz
AREDS2-NahrungsergänzungAntioxidativer Schutz der MakulaFrühes bis mittleres StadiumHoch (AREDS/AREDS2)
LebensstiländerungenRisikofaktoren reduzierenAlle StadienHoch (epidemiologisch)
Regelmäßige BewegungDurchblutung & StoffwechselAlle StadienMittel bis hoch
Photobiomodulation (PBM)NEUZelluläre Stimulation durch LichtFrühes bis mittleres StadiumMittel bis hoch (FDA-zugelassen seit 2025)
KomplementinhibitorenVerlangsamung der geographischen AtrophieSpätes Stadium (GA)FDA-zugelassen (USA), EU-Zulassung ausstehend
Säule 1

Nahrungsergänzung

Die AREDS- und AREDS2-Studien (Age-Related Eye Disease Study) gehören zu den größten und wichtigsten klinischen Studien in der Augenheilkunde. Sie haben gezeigt, dass eine gezielte Kombination aus Mikronährstoffen das Risiko einer Verschlechterung der AMD um bis zu 25 % reduzieren kann.

Die AREDS2-Formel ersetzt das ursprüngliche Beta-Carotin durch die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin, die natürliche Bestandteile des Makulapigments sind. Diese Pigmente wirken als natürlicher Lichtfilter und schützen die empfindlichen Photorezeptoren vor schädlichem blauem Licht und oxidativem Stress.

Gesunde Ernährung für die Augen

Die AREDS2-Formel im Detail

Lutein10 mg

Makulapigment, filtert blaues Licht

Zeaxanthin2 mg

Makulapigment, antioxidativer Schutz

Vitamin C500 mg

Antioxidans, schützt Zellmembranen

Vitamin E400 IE

Fettlösliches Antioxidans

Zink80 mg

Essentiell für Netzhautstoffwechsel

Kupfer2 mg

Gleicht Zinksupplementation aus

Hinweis: Die AREDS2-Supplementation wird für Patienten mit mittlerer bis fortgeschrittener AMD empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt, bevor Sie Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Augengesunde Ernährung

Neben der gezielten Supplementation spielt die tägliche Ernährung eine wichtige Rolle. Eine mediterrane Ernährung, reich an Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Fetten, wird mit einem geringeren AMD-Risiko assoziiert. Besonders wertvoll sind dunkelgrüne Blattgemüse wie Spinat und Grünkohl, die natürlich hohe Mengen an Lutein und Zeaxanthin enthalten.

Spinat & Grünkohl

Höchster Lutein-Gehalt aller Lebensmittel

Lachs & Makrele

Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA) für die Netzhaut

Eier (Eigelb)

Bioverfügbares Lutein und Zeaxanthin

Paprika & Zitrusfrüchte

Vitamin C als natürliches Antioxidans

Nüsse & Samen

Vitamin E und gesunde Fette

Mais & oranges Gemüse

Zeaxanthin und Beta-Carotin

Gesunder Lebensstil
Säule 2

Gesunder Lebensstil

Neben der Ernährung gibt es eine Reihe von Lebensstilfaktoren, die das Fortschreiten der AMD maßgeblich beeinflussen. Rauchen ist der stärkste modifizierbare Risikofaktor: Raucher haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko, an AMD zu erkranken, und die Erkrankung schreitet bei ihnen schneller voran.

Auch der Schutz vor UV-Strahlung spielt eine wichtige Rolle. Langfristige Exposition gegenüber blauem und ultraviolettem Licht kann oxidativen Stress in der Netzhaut verstärken und so zur Entstehung und zum Fortschreiten der AMD beitragen.

Rauchstopp

Rauchen ist der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für AMD. Es schädigt die Blutgefäße der Netzhaut, erhöht den oxidativen Stress und beschleunigt den Abbau des Makulapigments. Nach dem Rauchstopp sinkt das Risiko über die Jahre wieder deutlich.

Raucher erkranken im Durchschnitt 5–10 Jahre früher an AMD als Nichtraucher.

UV-Schutz

Tragen Sie bei Aufenthalt im Freien eine hochwertige Sonnenbrille mit UV-400-Schutz. Achten Sie auf das CE-Kennzeichen und die Filterkategorie. Besonders wichtig ist der Schutz vor blauem Licht, das die Photorezeptoren und das RPE schädigen kann.

Auch Blaulichtfilter für Bildschirme können die tägliche Lichtbelastung reduzieren.

Regelmäßige Kontrollen

Ab dem 50. Lebensjahr sollten Sie mindestens einmal jährlich eine umfassende Augenuntersuchung durchführen lassen. Bei bestehender AMD empfehlen Augenärzte Kontrollen alle 3–6 Monate, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

OCT-Untersuchungen ermöglichen eine präzise Verlaufskontrolle der Netzhautschichten.

Sehhilfen & Hilfsmittel

Bei fortgeschrittener AMD können vergrößernde Sehhilfen wie Lupen, Bildschirmlesegeräte oder spezielle Brillengläser die Lebensqualität erheblich verbessern. Sprechen Sie mit Ihrem Augenarzt über die Möglichkeiten der Low-Vision-Rehabilitation.

Moderne elektronische Lupen können Texte bis zu 25-fach vergrößern.

Säule 3

Sport & Bewegung

Regelmäßige körperliche Aktivität hat einen nachweislich positiven Einfluss auf die Augengesundheit. Studien zeigen, dass Menschen, die sich regelmäßig bewegen, ein um bis zu 70 % geringeres Risiko haben, an AMD zu erkranken. Bewegung verbessert die Durchblutung der Netzhaut, senkt den Blutdruck und reduziert systemische Entzündungen.

Bereits 30 Minuten moderate Bewegung pro Tag – etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen – können einen messbaren Unterschied machen. Wichtig ist die Regelmäßigkeit: Tägliche moderate Aktivität ist effektiver als gelegentliches intensives Training.

Sport und Bewegung

Empfohlene Aktivitäten

Ausdauertraining

Gehen, Radfahren, Schwimmen

5× pro Woche, je 30 Min.

Verbessert die Netzhautdurchblutung und senkt den Blutdruck

Krafttraining

Leichtes Hanteltraining, Gymnastik

2–3× pro Woche

Erhält Muskelmasse und verbessert den Stoffwechsel

Gleichgewicht & Flexibilität

Yoga, Tai Chi, Pilates

2–3× pro Woche

Sturzprävention und Stressreduktion

Erweiterter Behandlungsansatz

Die vierte Säule: Photobiomodulation

Neben den bewährten drei Säulen bietet die Photobiomodulation (PBM) erstmals eine innovative, nicht-invasive Ergänzung, die direkt auf zellulärer Ebene wirkt und die Regeneration der Netzhautzellen aktiv fördert.

Standardtherapie

Die bisherige Behandlung der trockenen AMD konzentriert sich auf präventive Maßnahmen: Nahrungsergänzung (AREDS2), Lebensstiländerungen und regelmäßige Bewegung. Diese Maßnahmen können das Fortschreiten verlangsamen, aber nicht aktiv regenerieren.

PräventivVerlangsamungRisikoreduktion
Neu

+ Photobiomodulation

PBM ergänzt die Standardtherapie um eine aktive Komponente: Durch niederenergetisches Licht werden die Mitochondrien in den Netzhautzellen stimuliert, die ATP-Produktion gesteigert und Regenerationsprozesse auf zellulärer Ebene angestoßen.

Aktiv regenerierendNicht-invasivIn klinischer Erprobung

Medikamentöse Therapien

Für die späte Form der trockenen AMD – die geographische Atrophie (GA) – wurden in den USA zwei Komplementinhibitoren zugelassen: Pegcetacoplan (Syfovre®, 2023) und Avacincaptad Pegol (Izervay®, 2023). Diese Medikamente werden als intravitreale Injektionen verabreicht und können das Fortschreiten der GA verlangsamen. In Europa befinden sich diese Therapien noch im Zulassungsverfahren.

Feuchte AMD: Anti-VEGF-Therapie

Für die feuchte AMD stehen seit 2006 hochwirksame Anti-VEGF-Medikamente zur Verfügung (Ranibizumab, Aflibercept, Brolucizumab, Faricimab). Diese werden als Injektionen in den Glaskörper verabreicht und können das abnormale Gefäßwachstum stoppen. Die Behandlung erfordert regelmäßige Injektionen, oft über Jahre hinweg.

Wichtig: Wenn Sie Symptome einer feuchten AMD bemerken (plötzliche Sehverschlechterung, verzerrtes Sehen), suchen Sie sofort einen Augenarzt auf. Eine schnelle Behandlung ist entscheidend für den Erhalt der Sehkraft.

Welche Behandlung ist die richtige für Sie?

Jede AMD-Erkrankung ist individuell. Sprechen Sie mit einem spezialisierten Augenarzt über Ihre persönlichen Behandlungsoptionen und erfahren Sie mehr über die innovative Photobiomodulation.

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